Energiespeicher in Regenbogenfarben beleuchtet

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Energiewende wird sichtbar

2021: Unser Energie- und Zukunftsspeicher leuchtet

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist der Schlüssel für die Energiewende in Halle (Saale). Darin einig sind sich Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Egbert Geier, Bürgermeister der Stadt Halle (Saale), Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle GmbH und Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH GmbH, die am 11. November 2021 den Abschluss der Modernisierung der Energieparks Dieselstraße und Trotha feierten.

Zudem wurde gemeinsam mit der Energie-Initiative Halle (Saale), den 26 Partnern und größten Energieabnehmern der Saalestadt, die Beleuchtung des Energie- und Zukunftsspeichers im Energiepark Dieselstraße in Betrieb genommen.

Nun kann die größte Thermoskanne Halles auch in den Abendstunden von Sonnenuntergang bis 23:00 Uhr gesehen und aus der Ferne bestaunt werden.

  • Projektion des feierlichen Abschlusses

Warum leuchtet der Speicher heute rot und morgen grün?

Energie- und Zukunftsspeicher rot beleuchtet
Foto: Agentur Kappa/Felix Abraham
Energie- und Zukunftsspeicher grün beleuchtet
Foto: Agentur Kappa/Felix Abraham
  • Grün

    Leuchtet der Energie- und Zukunftsspeicher grün, übernimmt er eigenständig die Wärmeversorgung.

    Wenn genügend erneuerbare Energiequellen zur Stromerzeugung zur Verfügung stehen, reduzieren wir den Kraftwerksbetrieb auf ein Minimum, gegebenenfalls bis auf null. Es wird wenig bis gar kein Brennstoff benötigt. Die Wärmeversorgung erfolgt aus dem Speicher.

  • Pulsierendes Rot

    Wird der Speicher mit einem roten, pulsierenden Licht angestrahlt, ist das Kraftwerk in Betrieb.

    Wenn der Speicher mit überschüssiger Wärme geladen wird, geschieht das stets im Zusammenhang mit der Stromerzeugung. Der Markt benötigt den Strom aus der Kraft-Wärme-Kopplung, weil erneuerbare Energiequellen gerade nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

  • Rot

    Ist der Energie- und Zukunftsspeicher in ein rotes Licht gehüllt, gibt es gerade keine Bewegung innerhalb des Speichers. Das heißt, dass der Speicher den geladenen Zustand hält und weder ge- noch entladen wird.

2018: Energie- und Zukunftsspeicher auf den Weg gebracht

Nach zwei Jahren Bauzeit nahmen die Partner*innen der Energie-Initiative Halle (Saale) am 19. September 2018 gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Dalbert, der ehemaligen Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, und Dr. Bernd Wiegand, dem ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), den neuen Energie- und Zukunftsspeicher im Energiepark Dieselstraße in Betrieb.

Das Symbol der Energie-Initiative Halle (Saale)

Der Energie- und Zukunftsspeicher im Energiepark Dieselstraße ist errichtet. Schauen Sie sich das Video an und gehen Sie mit uns gemeinsam auf eine Reise.

Zahlen und Fakten zum Wärmespeicher

Der neue Energie- und Zukunftsspeicher

  • sichert Wärmebedarf für 3 Tage
  • hat eine Gesamthöhe von 45 Metern
  • misst einen Durchmesser von 40 Metern
  • bietet ein nutzbares Speichervolumen von 50.000 Kubikmetern
  • besitzt eine Speicherkapazität von ca. 2.000 Megawattstunden
  • wiegt über 60.000 Tonnen.
Wie funktioniert der Fernwärmespeicher?

Stark vereinfacht funktioniert der Speicher wie eine Thermoskanne mit idealer Isolierung. Besonders wertvoll ist er aber, weil er perfekt zu einer sogenannten Power-to-Heat-Anlage passt. Diese wandelt „überflüssigen“ Strom aus erneuerbaren Quellen, der gerade nicht verbraucht werden kann, mit einer Art Tauchsieder in Wärme um. Durch die Kombination von Speicher und Tauchsieder lassen sich also Strom- und Wärmeerzeugung zeitlich von der jeweiligen Lieferung an die Kund*innen entkoppeln.

Welche Vorteile hat der neue Fernwärmespeicher?

Angesichts der vorgesehenen Größe des Energie- und Zukunftsspeichers ermöglicht das, einen kompletten Kraftwerksblock beispielsweise auch einmal zwei Tage durchgehend abzustellen. Das kann bei stark schwankenden Strompreisen im Markt wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein. Trotzdem ist die Versorgung gesichert.

Daneben gibt es weitere positive Effekte. Zum einen lässt sich die Energieerzeugung im Kraftwerk selbst flexibler organisieren. Das hat positive Einflüsse auf die Stabilität im Stromnetz. Erwarten wir doch alle, dass unabhängig davon, ob und wie stark der Wind weht und die Sonne scheint, Energie immer so verfügbar ist, wie wir sie brauchen.

Der größere Speicher erhöht so die Versorgungssicherheit, dank einer ausreichenden „Reserve“, wenn zu wenig erneuerbare Energie erzeugt wird. Zum anderen lässt sich in wind- und sonnenstarken Zeiten viel mehr Energie speichern, ohne dass für deren Erzeugung Gas verbrannt werden muss.

„Netzwerk Energie- und Zukunftsspeicher“ auf E-world 2017 gegründet

Als Gründungsinitiatoren haben die EVH GmbH (Energietochter der Stadtwerke Halle) und die Stadtwerke Heidelberg am 8. Februar 2017 in Essen auf der E-world energy & water, der europäischen Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft, mit vielen anderen Energieversorgern das Netzwerk "Energie- und Zukunftsspeicher" gegründet. Durch den Zusammenschluss könnten die Partner schon kurzfristig große Mengen Erneuerbaren Strom speichern.

Netzwerk Energie- und Zukunftsspeicher

Auf der E-World wurde heute das Netzwerk "Energie- und Zukunftsspeicher" gegründet. Gründungsinitiatoren sind die EVH und die Stadtwerke Heidelberg: EVH-Chef Olaf Schneider (3.v.l.) und Michael Teigeler, Geschäftsführung Stadtwerke Heidelberg (2.v.l.). Fotograf: Marcel Malcher